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 T-Com-Chef greift durch: Telekom rüstet sich für Wettbewerb Ame 24.01.2007 11:25

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T-Com-Chef greift durch: Telekom rüstet sich für Wettbewerb
[jv] Darmstadt - Der neue Chef der Telekom-Festnetzsparte T-Com, Timotheus Höttges, greift durch: Mit einer engeren Verzahnung des Bereichs mit dem Mobilfunkarm T-Mobile will der Vorstand der Schwäche im Deutschland-Geschäft entgegentreten.

Künftig koordiniert ein Führungsgremium mit Managern von T-Com und T-Mobile die Geschicke auf dem Heimatmarkt von Europas größtem Telekomkonzern und soll damit die Grundlage für künftiges Wachstum legen. Statt einer Vielzahl von zum Teil ähnlichen Produkten sollen es auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Angebote geben. Der Beratung werde ein höherer Stellenwert eingeräumt, heißt es. Abermals wird ein besserer Service versprochen.

Bild: Deutsche Telekom AG
In der Vergangenheit brachten die einzelnen Sparten wiederholt fast identische Produkte auf den Markt. Ein Beispiel ist das Festnetz-Handy "T-One" von T-Com, das mit dem Mobilfunk- Pauschalangebot "T-Mobile-at-Home" konkurriert. Was den Eitelkeiten mancher Telekom-Manager schmeichelte, sorgte beim Kunden für Verwirrung. Die Quittung erhielt der Konzern mit einem massiven Wechsel der Kundschaft zur Konkurrenz - 1,5 Millionen Menschen kündigten ihren Vertrag bei T-Com in den ersten neun Monaten vergangenen Jahres. Die Zahl der so genannten Schmalband- Telefonanschlüsse der Telekom in Deutschland sank damit auf 33,7 Millionen. Der neue Telekom-Chef René Obermann hat nun die Devise ausgegeben, den Kunden in den Mittelpunkt der Konzernstrategie zu stellen.

Eine wichtige Rolle nimmt dabei Höttges ein, der für das Privatkundengeschäft in Deutschland verantwortlich ist. Die Aufgabe geht er seit seinem Amtsantritt vor sechs Wochen mit Verve an, berichten Mitarbeiter. Höttges machte eine Bestandsaufnahme und zieht nun Bilanz in klaren Worten: "Machen wir uns nichts vor, der Wettbewerb da draußen ist deutlich schärfer geworden. Der Kundenservice muss deutlich besser werden. Die Telekom hat viel zu verlieren." Als Folge müssen nun zwei Bereichsvorstände gehen. So räumen der bisherige Bereichsvorstand Marketing, Burkhard Graßmann, und der bisher für den Bereich Innovationen bei T-Com zuständige Bernd Kolb ihre Stühle. Höttges wie auch Obermann wissen, dass sie in Deutschland nur über eine deutliche Verbesserung der Servicequalität punkten können.

Die Führungsetage der Telekom: v.l.: Karl-Gerhard Eick, Hamid Akhavan, René Obermann, Timotheus Höttges, Lothar Pauly.
Bild: Deutsche Telekom AG
Experten sehen das Deutschlandgeschäft bei Höttges in guten Händen. "Höttges setzt die lange überfällige Verzahnung von Festnetz und Mobilfunk im Privatkundengeschäft endlich um", sagt Martin Gutberlet von der Marktforschungsfirma Gartner. Offen bleibe aber, mit welchen Produktinnovationen die Telekom im harten Wettbewerb bestehen möchte. Auch an der Börse hilft der frische Wind in der Führung der Telekom. Die T-Aktie legte in den vergangenen Wochen kräftig zu. "Die neue Führung und die von ihr beschlossenen Maßnahmen helfen dem Titel", sagt ein Analyst einer Landesbank.

Auch wenn die Struktur der Telekom offiziell erhalten bleibt, mit seinem Durchgreifen schafft Obermann die Grundlage für eine Verschmelzung von T-Com und T-Mobile. "Langfristig führt der Weg dorthin", sagt ein Eingeweihter. Durch ein überhastetes Handeln würden die Sparten aber bei ihrer Aufholjagd auf dem Heimatmarkt behindert. "Das kann nicht der Sinn sein." Am Dienstag bemühte sich Höttges, die Wogen zu glätten. "Wir werden die Säulen nicht auflösen", betonte er.

Leidtragende der bisherigen Struktur waren die Kunden, die lange auf die erst nun langsam eingeführten Bündelprodukte warten mussten. Trotz allen Tatendrangs sind sich Obermann und Höttges bewusst, dass ihre Strategie keinen schnellen Erfolg bringen wird. Erst müssen die Telekom-Mitarbeiter für den neuen Kurs begeistert und dann die Kunden mit neuen Produkten und einem besseren Service zum Bleiben oder gar zum Wechsel zurück zur Telekom überzeugt werden. Und das kann Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern. (dpa)


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