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Die deutsche Sichtweise - Deutsche Welle wird 60 Jahre


In der Nachkriegszeit gegründet kann die Deutsche Welle mittlerweile auf eine lange Geschichte zurückblicken. Zum 60. Geburtstag steht ein neuer Abschnitt für den deutschen Auslandssender bevor.
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Am 3. Mai 1953 ging die Deutsche Welle (DW) mit einer Ansprache von Bundespräsident Theodor Heuss erstmals auf Sendung. Damals noch als Kurzwellensender und ausschließlich in deutscher Sprache für Deutsche im Ausland, bekam Deutschland (bzw. die BRD) nach dem Kriegsende wieder eine eigene Stimme in den internationalen Medien. Der Auftrag des Senders war in den Anfangsjahren vom Kalten Krieg geprägt. "Der Auftrag während der Ost-West-Konfrontation war, die freie Welt in die damalige Sowjetunion hineinzutragen", sagte DW-Intendant Erik Bettermann in einem Interview anlässlich zum 60. Geburtstag des Auslandssenders.


Heute sei der Auftrag der unter der Rechtsaufsicht der Bundesregierung stehenden Anstalt des öffentlichen Rechts ein anderer. "Es geht darum Kulturbrücken zu bauen und für Verständigung zu sorgen", so Bettermann. Der Kurzwellensender hat sich deshalb in den letzten 60 Jahren zu einem breiten, multimedialen Angebot entwickelt.

Weltweit verbreitet die Deutsche Welle über Hörfunk, Fernsehen und Internet sein Angebot in mittlerweile 30 Sprachen. "Wir vermitteln die deutsche Sichtweise", charakterisiert der DW-Intendant die eigene Berichterstattung. Dass neben Deutsch und Weltsprachen wie beispielsweise Englisch, Spanisch oder Russisch auch in exotischeren Sprachen wie Urdu und Amharisch gesendet wird, entwickelte sich ebenfalls in der Zeit des Ost-West-Konflikts - denn Afrika war genauso aufgeteilt wie Europa und wurde somit ebenso zum Zielgebiet der westlich-geprägten DW.


Neben der deutschen Sichtweise soll heutzutage auch das deutsche Mediensystem über den Auslandssender vermittelt werden. "Zwei Drittel der Menschheit dieser Welt leben in nicht freien Medienmärkten mit Staatsrundfunk, Militärrundfunk und Diktatur", erklärt Bettermann. Medienfreiheit sei ein ganz hohes, anzustrebendes Gut. Deshalb ist die Deutsche Welle auch auf diesem Feld aktiv. "Mit der DW-Akademie trainieren wir anhand unseres Programms über 3000 Journalisten weltweit".

Mittlerweile konkurriert das Fernsehangebot der Deutschen Welle, DW-TV, mit rund 30 internationalen Sendern. "Die weltweite Konkurrenzsituation wächst durch die technologische Entwicklung rapide", schätzt der Intendant die aktuelle Lage ein. Deshalb soll der TV-Bereich weiter gestärkt werden.

Erik Bettermann, der seit mittlerweile zwölf Jahren Intendant der Deutschen Welle ist, wird seinen Posten am 1. Oktober 2013 an Peter Limbourg übergeben. Bettermann, der aus der Politik zur DW kam, wird damit von einem erfahrenen und angesehenen Journalist aus dem TV-Bereich abgelöst. "Ich glaube, dass es nach zwölf Jahren wichtig ist, dass ein anderer Impetus hereinkommt", sagt Bettermann über seinen bevorstehenden Abschied.

Er selbst sei sich ganz sicher, dass der Rundfunkrat der Deutschen Welle mit Peter Limbourg eine gute Wahl getroffen hat. Sein Nachfolger werde wohl den journalistischen Aspekt noch stärker in den Vordergrund schieben als er selbst, der nach eigenen Angaben eher die Umstrukturierung und Neuorientierung in Hinsicht auf die Technologische Entwicklung vorangetrieben hat. Insgesamt blicke er auf eine sehr spannende Zeit zurück. "Ich habe neulich mal zusammengerechnet - ich habe in der Zeit etwa 180 Staaten bereist. In der UNO sind, wenn ich es richtig im Kopf habe, 196 Mitglied."

Dass Peter Limbourg den TV-Bereich der Deutschen Welle in Zukunft weiter stärken wird, gilt als sicher. Deutschland brauche laut Bettermann eine starke mediale Außenpräsenz, um seine Position zu vermitteln. Hierin wird der TV-Mann Peter Limbourg ab Oktober wohl seine Hauptaufgabe haben


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